Wir haben jetzt erste Protoypen erstellt und arbeiten mit ihnen, um Feedback zu erhalten und viele miteinzubinden. Doch solche Veränderungsprozesse gibt es oft und leider versanden viele. Nach ein paar Monaten oder Jahren kommt das alte System zurück und übrig bleibt manchmal sogar mehr Frustration als vor der Veränderung. Was können wir also tun, um für Nachhaltigkeit zu sorgen, dafür, dass ab sofort das System sich kontinuierlich in dieselbe Richtung verändert und nicht nur kurz?

Für Otto Scharmer ist der Prototyp ein Samenkorn und das soziale Feld, in das es fällt, die Erde. Als Gärtner haben wir nach der Auswahl des Samenkornes eigentlich nur noch Einfluss auf das Feld. In der sozialen Veränderung gilt dasselbe – nun heißt es, kontinuierlich das soziale Feld zu pflegen. Das beinhaltet alle Aspekte des Miteinanders: wie wir miteinander kommunizieren und uns organisieren.

Hierzu sind besonders zwei Elemente wichtig:

  • Das Zusammenbringen der richtigen Menschen, die das gesamte System repräsentieren und gemeinsam bereit sind, das System zu betrachten
  • Eine Gesprächskultur, die die Evolution von der Debatte zum Dialog und dem gemeinsamen Entwickeln ermöglicht. Statt jeweils auf das Ego konzentriert zu sein, geht es um eine Konzentration auf das gesamte Ökosystem Schule.

Es gibt aber auch vier Dinge, die dafür sorgen möchten, dass wir das soziale Feld nicht gut pflegen, vier kraftvolle Ablenkungen:

  • Die Vergangenheit: wenn unsere Gedanken festhängen an Themen wie „was ich hätte sagen können“ oder „wie sich andere verhalten müssen“…
  • Die Zukunft: Ängste natürlich, aber auch zu feste Pläne, die keine Offenheit mehr mit dem ermöglichen, was gerade jetzt entstehen möchte
  • Die anderen: „Die“ haben Schuld oder unrecht, wir verlieren uns selbst
  • Ich-Bezogenheit: es geht nur um das, wie es mir geht, total verloren in meiner subjektiven Erfahrung ohne mehr den Blick auf das Ganze frei zu haben

Diese vier Ablenkungen lassen sich jedoch transformieren:

  • Der Blick auf die Vergangenheit führt zum Lernen
  • Der Blick auf die Zukunft dient dem ruhigen Erspüren, was sich entwickeln möchte
  • Der Blick auf die anderen dient der Zuwendung, dem tiefen Zuhören
  • Der Blick auf uns selbst dient der Achtsamkeit und der Reflexion, dem Mitkriegen, was gerade mit mir passiert, ohne mich mit meinen Gedanken zu sehr zu identifizieren

 

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