von Monia, Team Schule im Aufbruch

Ja, Kompetenzentwicklung ist für uns zentral. Wir sprechen von den UNESCO Säulen der Bildung, könnten aber denselben Diskurs auch auf Basis der Metakompetenzen führen…

  • Lernen, sich Wissen zu erarbeiten: Fach- und Methodenkompetenz
  • Lernen, zusammen zu leben: Soziale Kompetenz
  • Lernen, zu handeln: Handlungs- und Gestaltungskompetenz
  • Lernen, zu sein: Selbstkompetenz

Ich gucke mir im Moment vertieft an, wie Kompetenzentwicklung (auch im Gegensatz zu Wissensverwerb) funktioniert und finde eine Studie von Morgan McCall, dass das, was für die Erfüllung von Aufgaben im „echten Leben“ gebraucht wird, nur zu 10% im Unterricht gelernt wird.

Was sagt also das 70:20:10 Modell?

  • 10% unserer angewandten Kompetenz haben wir aus Unterrichtsformaten – egal ob Frontalunterricht, interaktive Workshops oder E-Learning. Das klingt nun wenig, ist aber doch eine ganz solide Grundlage.
  • 20% unserer Kompetenz gucken wir uns bei anderen ab – von Vorbildern, die es manchmal wissen und vielleicht sogar Mentoren sind, doch auch von der Ferne
  • 70% unserer Kompetenz erreichen wir, indem wir uns schwierigen Aufgaben und Herausforderungen stellen.

Es wird also sehr schnell klar, wenn wir Schule wirklich auf Kompetenzerwerb ausrichten wollen, müssen sich die Lernformate maximal verändern. Sonst erreichen wir, selbst mit der tollsten Didaktik, nur 10-20% dessen (gehen wir davon aus, dass es Kompetenzvorbilder innerhalb der Schule gibt), was dann auch im Leben wirklich gebraucht wird. Denn Wissenserwerb und Kompetenzentwicklung folgen grundlegend verschiedenen Lernlogiken.

Was würde es bedeuten, wenn wir das 70:20:10 Modell ernst nehmen würden?

  • Wir würden die Unterrichtsinhalte massiv auf ihre Handlungsrelevanz hin untersuchen und uns auf das Notwendigste konzentrieren;
  • Wir würden dafür sorgen, dass eine große Bandbreite an Menschen in die Schule kommt und die Schüler viel die Schule verlassen, ihnen viele mögliche Vorbilder vorstellen und ihnen die Möglichkeit geben, mit ihnen Zeit zu verbringen;
  • Wir würden einen sehr großen Teil der Schulzeit damit verbringen, Schüler herauszufordern, mit ihnen individuelle und Gruppenaufgaben zu überlegen, an denen sie wachsen können;
  • Wir würden unsere Lernformate darauf überprüfen, ob auch die LernART (und nicht nur der LernINHALT) der Kompetenzentwicklung dient und in sich eine herausfordernde Aufgabe ist;
  • Wir würden ganz viel handeln, ganz viel auch im Umfeld der Schule bewegen, das Gemeinwesen mit prägen, mit so vielen Schülern, die sich so vielen spannenden Aufgaben stellen;
  • Wir würden…