Fragebögen sind ein wunderbares Werkzeug, wenn sie richtig eingesetzt werden. Sie haben aber auch einige Tücken und können dann für mehr Frustration als Freude sorgen – sowohl bei den Ausfüllenden als auch bei den Auswertenden.

Hier ein paar Hinweise:

  • Wenn Ihr mit Fragen arbeitet, die auf einer Zahlen-Skala von „gar nicht“ bis „sehr“ zu beantworten sind, arbeitet mit geraden Zahlen, damit es keine Mitte für Unentschlossene gibt. So muss immer eine Richtung gewählt werden und Ihr könnt Tendenzen besser auswerten. Ein Beispiel: „Wie wichtig ist es Ihnen, dass nicht nur SchülerInnen sondern auch die Schule als Ganzes kontinuierlich lernt?“ 1: gar nicht, 2: eher weniger, 3: eher wichtig, 4: wichtig (oder anders geschrieben: — ; – ; + ; ++).
  • Formuliert so viele geschlossene Fragen wie möglich, das heißt, Fragen, die mit „ja“ oder „nein“, multiple choice oder Skalen zu beantworten sind. Nur diese sind wirklich in der Auswertung vergleichbar.
  • Erstellt Fragebögen, die in weniger als 5 Minuten ausfüllbar sind – sonst wird ein großer Teil der Befragten ihn nie zu Ende ausfüllen.
  • Testet multiple choice und offene Fragen vorher an mehreren Personen. Wenn man Schwierigkeiten hat, die Frage zu verstehen oder wenn die eigene Antwort bei multiple choice Angeboten nicht vorkommt oder wenn die Frage so komplex ist, dass man einen Roman schreiben müsste, dann landen die Fragebögen sofort in der „für später“-Ecke. Und da bleiben sie meistens auch liegen…
  • Gebet verschiedene Möglichkeiten für die Abgabe der Fragebögen vor: in der Schule, per Email, online (es gibt inzwischen eine Vielzahl von kostenfreien Umfragetechnologien). Menschen haben sehr verschiedene Kommunikations-Gewohnheiten und viele ausgefüllte Fragebögen finden leider nie ihren Weg zurück zum Auswerter.
  • Die Auswertung gestaltet sich am einfachsten, wenn 1-3 Personen sie vornehmen, und die Ergebnisse dann der größeren Gruppe vorstellen. Wenn Ihr mehr Menschen beteiligen möchtet, teilt die Fragen einfach auf.
  • Achtet bei der Zusammenfassung der Ergebnisse darauf, dass diese für Euch einordbar sind: Wie viele Personen haben die Frage beantwortet? War es eine offene Frage oder eine Ideensammlung? Bei Sammlungen: Wie viele Personen haben so geantwortet? – Es ist in Eurem großen Interesse, die Mehrheitsmeinung von Einzelmeinungen zu unterscheiden, damit Ihr wirklich wisst, womit Ihr umgehen werdet.

Dies ist ein Auszug aus dem Kapitel „Phase 4: Informationen“ des Reiseführers von Schule im Aufbruch, den es HIER zum Download gibt.