avatar von Monia, Team Schule im Aufbruch.

Stress ist ein riesiges Thema in unserer Gesellschaft und an unseren Schulen. Burnout nimmt sowohl bei den Lehrenden als bei den Schüler*innen zu und es ist wissenschaftlich klar belegt, dass zuviel Stress die Entstehung der sechs häufigsten Todesursachen begünstigt. Wir haben Stress zum Feind erklärt und versuchen Aktivitäten zu vermeiden, die zuviel Stress machen. Da uns das aber nicht gelingt, kommt zum Stress noch die Angst vor dem Stress hinzu und wir befinden uns in einem andauernden Teufelskreis.

Doch nun passiert (endlich) das, was so oft passiert. Die Forschung sieht nochmal genauer hin und sagt „Ja, aber…“. Und das spannende „aber“ in diesem Fall ist, dass nicht Stress schlecht für uns ist sondern unser Umgang damit. Denn tatsächlich ist unser Körper perfekt angelegt, um mit Stress umzugehen. Was macht also den Unterschied aus zwischen Stress, der uns schwächt und Stress, der uns stärkt?

  • Unsere Einstellung zu Stress. Es ist nicht der Stress, der uns gesundheitlich schadet, sondern unsere Überzeugung, dass Stress uns schadet. Wenn wir in der Lage sind, unser klopfendes Herz nicht als Angst zu interpretieren sondern als perfekte Reaktion unseres Körpers, um uns mit mehr Kraft und Sauerstoff zu versorgen, verengen sich unsere Blutgefäße auch nicht. Tatsächlich wird im Körper die „Biologie des Mutes“ ausgeschüttet, also alles, was wir brauchen, um die Herausforderung zu meistern.
  • Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Das „Kuschelhormon“ Oxytocin ist ein Stresshormon. Das bedeutet, dass unser Körper, wenn er mit Stress konfrontiert wird, alles dafür tut, dass wir uns Unterstützung suchen und uns mit Menschen umgeben, die uns mögen und dadurch schützen. Spannend ist, dass empathisch sein und anderen Menschen helfen ebenfalls Stress zu einer positiven körperlichen Reaktion machen. Körperlich ist es wenig relevant, ob wir Hilfe geben oder erhalten. Denn auch hier bereitet uns der Körper klar darauf vor, gemeinsam mit anderen die Herausforderung zu meistern.
  • Unser Gefühl der Sinnhaftigkeit. Stress „im Namen des Sinns“ ist für den Körper wesentlich gesünder als die Vermeidung von Unannehmlichkeiten und das Verharren in etwas, dessen Sinn wir nicht empfinden können.

Zusammenfassend: Wir müssen keine Angst vor Herausforderungen haben, wenn sie uns am Herzen liegen. Wenn wir unserem Körper für seine Reaktionen dankbar sind und vor allem für unsere Einbettung in gute Beziehungen sorgen, wird Stress unser Herz (physisch wie emotional) stärken und nicht schwächen. Wir sind biologisch für Mut ausgelegt.