Die Zukunft wartet nicht – heute die Schule von morgen machen

Grapic Recording von Britta Krondorf
“Die Zukunft wartet nicht – heute die Schule von morgen machen“ war das Motto der Veranstaltung am 26. Okt 2022 an der MS West in Neumarkt. Vor Ort waren Lehrer:innen aus verschiedenen Grund-, Mittel- und Realschulen in Neumarkt, Unternehmen und Ausbildungsstätten. Mit ca. 100 Gästen war die Aula gut gefüllt.

Der Impuls von Silvia Wittl (Nachhaltigkeitsverantwortliche bei Lammsbräu) verdeutlichte die Relevanz von Nachhaltigkeit und BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) in der Wirtschaft. Mit drei Statements machte sie deutlich, warum Lammsbräu Schule im Aufbruch und den FREI DAY unterstützt:

  • Wir brauchen Nachwuchskräfte, die nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern befähigt werden, eigenständig Kreativität und Talente zu entfalten!
  • Wir brauchen zukünftig Menschen, die kooperationsfähig & empathisch sind, Lösungskompetenzen besitzen, Eigenverantwortung übernehmen können und über den Tellerrand schauen (open mind)!
  • Wir brauchen mehr Generalisten statt Spezialisten durch verstärkt  interdisziplinäres Lernen & vernetztes Denken

In der Keynote von Margret Rasfeld verdeutlichte sie drei Krisen, in denen wir uns befinden: Die Klimakrise, die Soziale Krise und die Sinnkrise. Die Krisen beeinflussen alle in unserer Gesellschaft – Kinder und Jugendliche leiden aber besonders, wie es aus Briefen von Schüler:innen aus Leipzig deutlich wurde.
Um dem entgegenzuwirken, hat die UN die Agenda 20230 mit den 17 SDG’s (Sustainable Development Goals) ins Leben gerufen. Ein Ziel der 17 SDG’s ist BNE. Damit wird deutlich, dass die Umsetzung und das Leben von nachhaltiger Entwicklung zuerst Bildung von nachhaltiger Entwicklung brauchen. BNE betrifft somit auch die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Schulen. Hier sollten Kinder und Jugendliche die vier Säulen lernen: (1) Lernen sich Wissen anzueignen, (2) lernen zusammen zu leben, (3) lernen zu sein und (4) lernen zu handeln. Magret hob hervor, dass die Überbrückung der Lücke zwischen Wissen und Handeln schon in den Lehrplänen verfasst ist und wir diese jetzt endlich umsetzen müssen

Wie das praktisch aussehen kann, hat Jamila Tressel den Gästen erzählt. Jamila ist eine ehemalige Schülerin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, Sie erlebte Schule anders, als die meisten anwesenden Schüler:innen an diesem Nachmittag. Sie berichtete von ihren Erfahrungen mit Formaten wie freie Lernzeiten und Lernentwicklungsgespräche, ein Schülerparlament, sowie die Fächer Verantwortung und Herausforderung.

Tatsächlich hat die MS West schon angefangen, freie Zeiten im Stundenplan mit dem FREI DAY umzusetzen. Drei Schülerinnen stellten Projekte vor, die Schüler:innen im letzten Jahr im Rahmen des FREI DAY umgesetzt haben: ein fairer Snack-Automat, Hygiene Produkte auf den Toiletten und eine Spendenlauf. Durch die Projekte lernten sie viel für das Leben und ihr  Selbstvertrauen ist gestiegen indem sie Verantwortung übernahmen. Sie informierten sich und fragten beharrlich nach, sie lernten Emails zu verfassen und Anrufe zu tätigen, und sie lernten auch zu scheitern – z.B., als nach viel Planung die Solaranlage auf dem Dach aus baulichen Gründen nicht installiert werden konnte. Die Schüler:innen wünschen sich, dass der FREI DAY an allen anderen Schulen auch stattfinden kann.

Im Anschluss diskutierten die Gäste im World Café die Fragen „Wie soll Bildung von morgen in Neumarkt aussehen?“ und „Was braucht es in Neumarkt, um Schule von Morgen zu gestalten?“. Bei der Blitzlichtrunde am Ende wurden die Abschaffung von Noten, die Vernetzung zwischen Schulen und innerhalb Schule und die Abschaffung Lehrerbewertung besonders oft genannt. Die Teilnehmer:innen waren nachhaltig beeindruckt von der Dringlichkeit der Veränderung an Schulen und von den Beispielen der Schüler:innen. Viele fanden sich bestätigt und haben Mut gefasst die Veränderung in ihrem Umfeld anzugehen.

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