Was passiert, wenn Schüler*innen nicht nur lernen, sondern selbst zu Lehrenden werden? Wenn aus einer Idee plötzlich ein echtes Projekt wird – mit echten Kindern, echten Herausforderungen und echtem Einfluss? Genau das haben Elena, Noemi, Yaren und Mia erlebt. Die vier Achtklässlerinnen haben sich einer Aufgabe gestellt, vor der viele Erwachsene zurückschrecken würden: Sie entwickelten eigenständig Workshops für Kindergartenkinder und Grundschüler*innen, um ihnen spielerisch Umweltbewusstsein näherzubringen. Ein Gespräch über Mut, Eigeninitiative und darüber, warum man manchmal einfach anfangen muss, um etwas zu bewegen.
Elena, ihr seid in der 8. Klasse und habt euch vorgenommen, Kindergartenkindern und Grundschüler*innen etwas über die Umwelt beizubringen. Wie kamt ihr darauf?
„Dass wir unsere eigenen Ideen umsetzen konnten, war das Beste, um wirklich was zu lernen.“
_ Yaren
Elena: Wir haben in unserem Umfeld gemerkt, dass unsere kleinen Geschwister oft gar nicht wissen, wie man zum Beispiel Müll richtig trennt. Ich wollte unbedingt wissen, wie man das Kindern so beibringt, dass es auch Spaß macht. Am Anfang hatte ich echt Angst, dass ich was falsch mache, aber die Erzieher*innen vor Ort haben mir super geholfen.
Noemi: Wir haben uns auch von den Großen aus dem Jahrgang über uns inspirieren lassen, die uns ihre Projekte gezeigt haben. Da dachten wir sofort: Wir wollen unbedingt was mit Kindern machen. Wir haben uns dann selbst Spiele ausgedacht, zum Beispiel eine Erde zum Ausmalen gedruckt und dazu dann erklärt, wie man Pflanzen schützen kann.
Konntet ihr euer Projekt wirklich eigenständig umsetzen, oder gab es Vorgaben und Einfluss von außen?
Info
Die Achtklässlerinnen des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums in Wuppertal Mia, Yaren, Noemi und Elena bringen in ihren FREI DAY-Projekten Little Earth Learners und MinimindBoosters Kindergartenkindern und Grundschüler*innen bei, was Nachhaltigkeit und Recycling sind. Inspiriert dazu wurden sie, als sie merkten, dass ihre kleinen Geschwister gar nicht wussten, was Mülltrennung ist.
Yaren: Wir durften alles selbst entscheiden. Wir haben sogar selbständig ein Gespräch mit der Kitaleitung geführt und das alles mit ihr abgeklärt. Am Anfang haben wir uns mit unseren Lehrkräften die 17 Ziele (SDGs) angeschaut und dann die fünf ausgesucht, die uns am meisten interessieren.
Mia: Genau. Wir haben den Workshop ganz alleine geplant. Dass wir unsere eigenen Ideen umsetzen konnten, war das Beste, um wirklich was zu lernen. Wir nutzen dafür Taskcards auf unseren iPads, damit wir und unsere Lehrkräfte den Überblick über unser Projekt haben.
Ihr seid ja teilweise bis 16 Uhr in der Schule geblieben und habt so eine Aufgabe auch das erste Mal gemacht. War das nicht manchmal auch richtig anstrengend?
Zahlensnack
245 Schulen mit 35.436 Schüler*innen und 2.627 Lehrer*innen haben sich im Jahr 2025 in unseren halbjährlichen Schulfragebögen zurückgemeldet und mitgeteilt, dass sie das Lernformat FREI DAY fest verankert haben und aktuell umsetzen.
Mia: Es war am Anfang schon schwer, weil manche Kinder einfach weggegangen sind, um draußen zu spielen, weil sie keine Lust auf unseren Workshop hatten. Das war frustrierend. Aber wir haben uns dann einfach auf die konzentriert, die da geblieben sind und Fragen gestellt haben und die fanden unseren Workshop dann auch richtig gut.
Yaren: Wir wollten von den Kindern auch eine ganz ehrliche Meinung hören, ob es ihnen gefallen hat oder nicht, auch wenn das manchmal schwer für uns war zu hören.
Elena: Wir haben danach immer auf unseren Taskcards eingetragen, was wir gemacht haben, und uns überlegt, was wir beim nächsten Mal anders oder besser machen können, dabei haben uns unsere Lehrkräfte richtig unterstützt! Man lernt dabei total viel über sich selbst und wie man mit anderen Menschen umgeht.
Wenn ihr euch etwas vom Bundeskanzler wünschen dürftet, was wäre das?
Elena: Dass man den FREI DAY an allen Schulen einführt! Es ist eine super Möglichkeit, seine eigenen Interessen einzubringen und die Welt ein Stück besser zu machen. Im FREI DAY sind einfach alle guten Dinge vereint.
Mia: Wir müssen einfach viel mehr darüber sprechen, wie schlecht es unserer Welt gerade geht. Alle müssen davon erfahren!
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Dieses Interview ist Teil unseres Wirkungsberichtes 2025. Hier mehr erfahren.